Gemeinderatssitzung vom  30.07.2019:

 

Die letzte Sitzung des Gemeinderates vor den großen Ferien hatte es in sich. Sie dauerte von 19.00h bis 0:45h.

Zahlreiche Themen waren zu besprechen, insgesamt gab es 21 Tagesordnungspunkte. Davon hervorzuheben sind vor allem drei Punkte:

 

a) Neubau eines Feuerwehrhauses in Rottau im Bereich Gedererweg – nördlich Bernauer Straße:

    Das neue Feuerwehrhaus ist dringend erforderlich. Es erfolgt eine Zustimmung ohne Gegenstimme.

 

 

b) Neubau eines Seniorenheimes durch die Fa. Erlbau (106 Pflegeplätze) + Tagespflege 20 Plätze + 21 Wohnungen im

    Dachgeschoß ("betreutes Wohnen"):

 

Die Detailpläne bzgl. Zimmer, Aufenthaltsräume etc. wurden den Gemeinderatsmitgliedern erstmals vorgestellt. Leider waren die Pläne auf Grund der kleinen Schrift nur stark eingeschränkt lesbar.

 

Seitens der UGL wurden folgende Kritikpunkte festgestellt:

 

1. Das Gebäude ist für den Bedarf an Pflegeplätzen für Grassauer Bürger zu groß geplant. Für den zukünftigen Bedarf wurden alternative, zu bevorzugende Wohnformen (z. B. Wohngemeinschaften) nicht berücksichtigt. Es besteht die Gefahr, dass Pflegeplätze durch Personen belegt werden, die nicht aus Grassau kommen. Dazu ist zu befürchten, dass evtl. Pflegeplätze nicht mit Senioren, sondern unter anderem mit Drogensüchtigen belegt werden (obwohl das vom Betreiber bei der Bürgerversammlung ausdrücklich ausgeschlossen wurde)

 

2. Die im Dachgeschoß geplanten zusätzlichen Wohnungen für „betreutes Wohnen“ wurden in den bisherigen Plänen nie erwähnt. Es sind noch drei weitere Gebäude mit betreutem Wohnen vorgesehen!

 

3. Die Einzelzimmer sind zu klein. Sie entsprechen zwar den gesetzlich vorgesehenen Mindestvorgaben, sind aber für viele erforderliche Ausstattungen zu klein. So kann bei Vorhandensein eines Pflegebettes kein Sessel zur notwendigen Mobilisierung aufgestellt werden. Zudem passen maximal 2 Stühle neben einem kleinen Tisch in das Zimmer. Ein Balkon fehlt. Nur 20% der Zimmer sind Rollstuhl-geeignet.  Ein Kühlschrank für Getränke oder zumindest die Möglichkeit selbst Kaffee oder Tee zu kochen fehlt.

 

4. Besucherzimmer sind nicht geplant.  Besucher müssen sich im allgemeinen Aufenthaltsraum aufhalten, zusammen mit den Bewohnern. Privatsphäre gibt es hier also nicht. Abzusehen ist, dass dadurch die Zahl der Besucher sehr begrenzt  sein wird.

 

5. Weiter fehlen: Ein Besucher-Café, eine Hauskapelle und ein Demenzgarten. Für das gesamte Gebäude sind nur zwei Aufzüge geplant!

 

Insgesamt ist das neue Seniorenheim als unzureichend einzustufen. Für einen Neubau fehlen viele wichtige Funktionen. Das Hauptaugenmerk liegt deutlich erkennbar auf der Wirtschaftlichkeit und Rendite.

In der Abstimmung hat die UGL gegen die vorgelegte Planung gestimmt.

 

 

c) Umbau und Erweiterung der noch bestehenden Turnhalle in ein Schulgebäude

 

Die noch bestehende Turnhalle sollte nach den bisherigen Plänen zu einem Schulgebäude umgebaut werden. Jetzt wird beabsichtigt die alten Gebäudeteile ganz abzureißen und ein neues Gebäude zu erstellen. Insgesamt wahrscheinlich sinnvoll, weil nur so der beste funktionale Status erstellt werden kann. Leider wurden frühere Vorschläge der UGL (Neubau der Grundschule, Umbau der alten Schule zur Mittelschule) nicht aufgegriffen. Damals war das Argument, dass bei einem Neubau keine Fördermittel zur Verfügung stehen. Jetzt geht es offenbar doch mit Fördermitteln.

Dem Antrag wurde  auch durch die UGL zugestimmt.

 

UGL-Gemeinderäte

 

Dr. Winfried Drost          Mehdi Akbari

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